Wenn Generationen zusammenkommen!

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Jugendliche der BBS-Boppard engagieren sich für die Senioren aus dem Altenzentrum Haus Elisabeth in Boppard

„Es ist richtig Leben in der Bude!“ „Mir ist dieser Tag, an dem die Schüler zu uns kommen, sehr wichtig!“

So lauten die Aussagen der Senioren im Altenzentrum Haus Elisabeth in Boppard, die sich am Generationenaustausch erfreuen. Die 15- bis 17-jährigen Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule aus dem Fachbereich Gesundheit (BFI G16) besuchen seit Dezember letzten Jahres einmal wöchentlich das Seniorenheim. 

 

Das entsprechende Modul „Menschen in Einrichtungen begleiten“ sollte dabei auch möglichst realitätsnah, alltagsorientiert und berufsbezogen erlebt werden. Bei diesem fast einjährigen „Praktikum“ soll den Schülern ein emotionales und handlungsorientiertes Lernen möglich gemacht werden, wovon beide Generationen ein Leben lang profitieren! 

Dabei begleiten sie die Bewohner und lernen Verantwortung für ihre Mitmenschen zu übernehmen. Die Schülerinnen und Schüler planen und gestalten individuelle Angebote und haben die Gelegenheit, auch ihre eigenen Interessen mit einzubeziehen. 

Durch die Besuche sind bereits wunderbare Erlebnisse und vor allem Beziehungen entstanden.

Alles begann an Nikolaus: Die Schülerinnen und Schüler überbrachten zur Begrüßung selbst gestaltete Windlichter und machten mit persönlich an die Bewohner adressierten Briefen und Plakaten ordentlich Werbung für die bevorstehende Hockergymnastik. 

Die Übungen selbst, der organisatorische Ablauf sowie die Musikauswahl lagen in der Verantwortung der Schülerinnen und Schüler. Das so entstandene Angebot wurde sehr gern angenommen. Dabei ging es letztlich nicht nur sportlich zu. Es wurde auch gesungen, geschunkelt und vor allem gelacht!

Zu Weihnachten stimmte die BFI G16 die Bewohner mit entsprechenden Liedern und Gedichten auf die besinnliche Zeit ein.

Inzwischen war die Vertrauensbasis so gewachsen, dass sich die Senioren bei einer Sinnesschulung auf ein kleines Experiment einließen. Die Schü-lerinnen und Schüler verbanden ihnen die Augen und gaben ihnen verschiedene Plastiktiere in die Hand. Die Bewohner sollten erraten, um welches Tier es sich handelt. Es wurde getastet und wild spekuliert, was zu einer lockeren und vor allem fröhlichen Atmosphäre beitrug. Aus einem Nashorn wurde da schnell mal ein Einhorn und die Bewohner lachten herzhaft bei der Auflösung des entsprechenden Tieres.

Alles in allem ist der wöchentliche Besuch für beide Seiten unglaublich wertvoll.

Die Schülerinnen und Schüler lernen nicht nur Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen, sondern werden für die altersbedingten Beschwerden sensibilisiert. Sie erleben und erfahren, verständnisvoll mit Handicaps umzugehen. Dabei hilft und unterstützt auch der fachbezogene Unterricht, der die Schülerinnen und Schüler praktisch erleben lässt, was es bedeutet, bestimmte alltägliche Dinge nicht (mehr) ausführen zu können.

Das Projekt stellt eine Bereicherung des Schullebens dar. Wir sind sehr stolz auf unsere Schülerinnen und Schüler, die sich so für die Arbeit mit den Senioren engagieren. Hier wird Verständnis und Toleranz erfahrbar – eine Kompetenz angelegt und erweitert, von der die Schülerinnen und Schüler noch ein Leben lang profitieren können.

Es freut uns, das Altenzentrum Haus Elisabeth als wichtigen Kooperationspartner gewonnen zu haben, und wir sind gespannt auf die weiteren tollen gemeinsamen Erlebnisse.

 

Wir sagen unseren Schülerinnen und Schülern der BFI G16, sowie dem gesamten Team des Haus Elisabeths, besonders Frau Bauer (Leitung Tagespflege), Armin Stelzig (Einrichtungsleitung) und Rosemarie Stürmer-Korff (Pflegedienstleitung und stellv. Einrichtungsleitung) sowie den Lehrerinnen Susanne Perscheid und Jasmin Breidbach (Fachlehrerin Gesundheit), die die Kooperation hergestellt haben, ein herzliches Danke.