Wenn die Nacht bunt leuchtet

Projektarbeiten der BBS Boppard als Hingucker auf der NeonNacht in Kastellaun

Drei Monate hieß es für die angehenden Erzieherinnen und Erzieher an der BBS Boppard im Lernmodul „Ästhetische und musische Erziehung“, künstlerisch zu planen und zu gestalten. Ziel war die Teilnahme der Klasse an der öffentlichen Kulturveranstaltung „NeonNacht“ in Kastellaun. Unter der Leitung der Kunstlehrerin Dorothee Becker einigte sich die Klasse auf das Thema „Indianer“. Zum Projekt gehört die Erstellung eines Konzeptes für das angestrebte Werkstück mit Zeitplan, Materialliste und Entwurfsskizze. Neben der technischen Umsetzung mussten die Fachschülerinnen und -schüler wirkungsästhetische Aspekte reflektieren, d.h. überlegen und begründen, welche Wirkungen durch die künstlerische Gestaltung ausgelöst bzw. initiiert werden können.

Im Zusammenhang mit der Indianer-Thematik entstanden sowohl in Partner- wie in Einzelarbeit farbenfrohe Exponate mit Bezug zur Lebenswirklichkeit der amerikanischen Ureinwohner, z.B. diverse Masken, Traumfänger, ein Pferd, eine Feuerstätte, diverse Waffen, ein Tippi, ein Fellstand sowie die Darstellung eines dreiteiligen Marterpfahls. Als Materialien nutzten die Neon-Kreativen der BBS Boppard vorwiegend Pappmaché und Maschendraht. Für den Neon-Effekt kamen fluoreszierende Acrylfarben und fluoreszierendem Acrylspray (Graffiti) zum Einsatz. Lehrerin Becker lobt den Gestaltungseifer ihrer Schützlinge: „Ich war und bin beeindruckt von der kreativen Schaffenskraft der Klasse.“ Besonders ein Kunstprodukt imponierte ihr: „Es ist die Adler-Plastik, die einen Styrodurkörper hat, welcher mit kleinen Plastik-Kaffeelöffeln beklebt wurde.“

Bei dem künstlerischen Schaffen geht es ihr vor allem darum, die Klasse für die künstlerischen Arbeits- und Gestaltungsprozesse und für die Wirkungen von kreativer Arbeit auf einen selbst wie auf die betrachtende Person zu sensibilisieren. Dass genau dies gelungen ist, zeigte die erfolgreiche Präsentation der Kunstprodukte auf der NeonNacht. Im Gespräch mit den Besucherinnen und Besuchern erlebten Neon-Kreativen der BBS Boppard konkret und praktisch, wie ihre Kunstwerke wirkten und wahrgenommen wurden, denn der Indianerstamm präsentierte sich als ein wahrer „Hingucker“ und Publikumsmagnet. „Es war für uns alle ein intensives Kunsterlebnis. Begeistert und begeisternd haben die Schülerinnen und Schüler im Austausch mit dem Publikum ihre künstlerische Arbeit reflektiert. Was will ich mehr?!“ freute sich die Kunstlehrerin. Für sie besteht kein Zweifel daran, auch an der kommenden NeonNacht mit Fachschulklassen der BBS Boppard teilzunehmen. Aber vorher stehen noch andere Aufgaben auf dem Lehrplan. So erschließen sich derzeit die angehenden Erzieherinnen und Erzieher im dritten Ausbildungsjahr die Methode des „Malortes“ nach Arno Stern. Dabei ist es wichtig, Kunst und Kunstproduktion aktiv zu erleben und sich nicht nur gedanklich mit der Fachtheorie auseinanderzusetzen. Also heißt es auch hier wieder, selbst kreativ zu werden und dadurch künstlerische Schaffensprozesse zu reflektieren.

Kerstin Schäfer zur neuen Schulelternsprecherin an der BBS Boppard gewählt

Bei den diesjährigen Wahlen zum Schulelternbeirat wurden vier neue Mitglieder für die Elternvertretung der Schule gewählt: Neben Kerstin Schäfer als Schulelternsprecherin gehören dem Gremium Nadine Elsholz als stellvertretende Schulelternsprecherin, Nadine Decker als Beisitzerin und Klaus-Dieter Best als Beisitzer an. Bildung und Erziehung in der Schule schließen die Zusammenarbeit zwischen der Schule und den Eltern ein. In dieser Zusammenarbeit kommt dem Schulelternbeirat eine große Bedeutung zu, da er selbstständig Belange und Anliegen der Elternschaft in das Schulleben einbringen kann. Anlässlich der jüngsten Wahlen freute sich die Schulleiterin der BBS Boppard, Gabriele Wingender, auf die gute und konstruktive Zusammenarbeit mit dem frisch gewählten Schulelternbeirat: „Uns ist die Sicht der Eltern wichtig. Im Rahmen unseres Schulentwicklungsziels zur Stärkung der Partizipation aller an Schulgemeinschaft beteiligten Akteure legen wir großen Wert auf die Perspektive der Eltern.“ 

 

Hand in Hand für’s Kind

Hand in Hand für’s Kind – Team-Teaching mit sozialpädagogischen Fachkräften beim 1. Fachtag Sozialwesen an der BBS Boppard 

Ein dauerhaft wichtiges Thema, eine anspruchsvolle Herausforderung in der Praxis, zahlreiche Fachleute mit einschlägiger beruflicher Erfahrung, interessierte Auszubildende und politische Wertschätzung: Das war das Erfolgsrezept des 1. Fachtages der Fachschule Sozialwesen an der BBS Boppard zum Thema „Übergänge zwischen den Systemen Kita und Grundschule kindgerecht gestalten“. Zu diesem Fachtag luden der Fachbereich Sozialpädagogik aus der Bopparder Fachschule Sozialwesen und die Evangelische Kindertagesstätte Straßenhaus drei Fachschulklassen der Erzieher/-innenausbildung, Fachkräfte aus verschiedenen Kindertagesstätten und Grundschulen sowie Frau Susanne Skoluda aus der Abteilung „Frühkindliche Bildung“ im Bildungsministerium RLP ein.

 

Es war der ebenso begnadete wie engagierte Pädagoge Friedrich Wilhelm August Fröbel, der vor gut 150 Jahren das Bewusstsein für die frühkindliche Bildung schärfte: Bildung beginnt nach Fröbel nicht erst mit der Schule, sondern schon deutlich früher. Bis auf den heutigen Tag prägt diese Erkenntnis die erzieherische Praxis im Elementarbereich: Bildungs- und Lernprozesse können und sollen bereits in den ersten Lebensjahren systematisch initiiert und unterstützt werden: spielerisch und vom Kind aus gedacht. So unstrittig es heute ist, dass Kinder bereits vor dem Schuleintritt lernen, so herausfordernd ist es immer noch, den Übergang vom leistungsdruckfreien, spielerischen Lernen des Vorschulkindes zum schulischen Lernen mit definierten Lerninhalten, Bewertungskriterien und Leistungszielen zu gestalten. Und diesen Übergang, das betonten Angela Wessel (Leiterin der evangelischen Kita Straßenhaus) und Melanie Freiholz (Leiterin der Grundschule Linz und der Grundschule Leubsdorf) als Hauptreferentinnen des Fachtages, gilt es vom Kind her zu denken und nicht von den formalen Anforderungen eines Systems. „Lehrkräfte erwarten von der Kita die Vorbereitung der Kinder auf die Schule: bestimmte Arbeitstechniken wie Lochen, Heften, sauber Schreiben etc. Das widerspricht allerdings dem Anliegen einer individuellen Förderung in der KiTa, die sich als ‚Begleiter des Kindes‘ sieht und nicht als Beurteilungsinstanz“, formuliert A. Wessel den elementaren pädagogischen Widerspruch beider Einrichtungen. „Auch die Grundschule will begleiten und beraten, muss aber auch benoten, beurteilen und letztlich selektieren“, ergänzt ihre Mitreferentin M. Freiholz. Schließlich habe Schule einen Lehrplan und könne nicht nur nach Neigung unterrichten. Beide Referentinnen bringen jahrelange Erfahrung in der konzeptionellen Gestaltung von Übergangsprozessen mit, die in der Fläche nicht verbindlich systematisiert sind, sondern jeweils in örtlichen Kommunikationsprozessen zwischen den jeweiligen Einrichtungen ausgehandelt werden müssten. „Im Grundsatz suchen wir durch verschiedene Projekte viele kleine Berührungspunkte mit dem Ziel, dass Kita-Kinder Schule kennenlernen und Schule ‚lernen‘ können“, erläutert A. Wessel das Ziel der Anstrengungen für einen gelingenden Übergang. In Straßenhaus gehören dazu Projekte wie das „Kinderparlament“ mit Kinder-Abgeordneten aus KiTa und Grundschule sowie auch mehrtägige gemeinsame Natur- und Sportaktionstage. A. Wessel und M. Freiholz fordern von der Übergangskonzeption mehr als nur gegenseitige Besuche im Haus, sie fordern ein von der Leitung und dem Personal gemeinsam getragenes kooperatives Handeln, durch das die Jungen und Mädchen sich Schule als Lern- und Erfahrungsraum erschließen können.

Dieser Aufgabe widmete sich der Fachtag an der BBS Boppard, die sich als bedeutender Anbieter für die Erzieher/-innen-Ausbildung in der Region etabliert hat. Vorbereitet von den Lehrerinnen Sonja Gohl, Antje Bartsch, Anika Meurer, Claudia Merkert und Helen Saal bot der Fachtag in sieben 45-minütigen Workshops zu den Themen „Bildungsbegriff“, „Was muss ein Kind können ,wenn es in die Schule kommt?“, „Was sagt die Politik zum Übergang Kita – Grundschule?“, „Was möchten Kinder?“, „Und was fühlen Eltern?“, „Zurück in die Zukunft!“ und „Kooperationskalender“ ausreichend Gelegenheit für den fachlichen Input und Austausch, für den sich neben Melanie Freiholz und Angela Wessel auch Marie Kohnert, Lena Rüdig und Sven Hautkappe von der Kita Straßenhaus sowie Sascha Bauer, Nicole Dreesen, Silke Lebisch vom „Netzwerk Offene Arbeit Deutschland“ in den jeweiligen Workshops zur Verfügung stellten. „Es ist uns wichtig, auf dem Fachtag das Gespräch zwischen den Fachleuten aus der Praxis und unseren Lernenden in Gang zu bringen“, erläutert Sonja Gohl das Konzept „Team-Teaching mit der Praxis“.

Der Erfolg des Fachtages gibt ihr Recht. Die Schülerinnen und Schüler griffen das aktivierende Angebot gerne auf und brachten sich engagiert in die ebenso kontroverse wie lebhafte Abschlussdiskussion unter der Moderation von Sonja Gohl ein.

 

Die BBS Boppard nimmt eine Vorreiterrolle ein, wenn es darum geht, als Ausbildungsschule für Erzieherinnen und Erzieher mit Expertinnen und Experten aus der erzieherischen Praxis zu kooperieren. Vor gut einem Jahr hat sie einen Kooperationsvertrag mit der KiTa Straßenhaus als Konsultationskindertagesstätte zum Thema „Kita geht raus – Möglichkeiten der Gestaltung von offener Arbeit“ abgeschlossen. Schulleiterin Gabriele Wingender zeigt sich denn auch anlässlich des Fachtags stolz darauf, dass es gelingt, Projekte wie das Team-Teaching mit der Praxis als Austausch- und Kooperationsforum zu installieren: „Wir möchten unseren angehenden Erzieherinnen und Erziehern diese Impulse aus der Praxis mitgeben, um unsere Ausbildung in der Fachschule aktuell und zeitgemäß anzulegen.“ Bestärkt in ihrer Kooperationspraxis und ihrem „Team-Teaching-mit-der-Praxis“-Konzept dürfen sich die BBS Boppard und die Evangelische KiTa Straßenhaus durch Frau Susanne Skoluda vom Mainzer Bildungsministerium fühlen, die sich gerne die Zeit nahm, um dem Fachtag ganztägig beizuwohnen: „Ich stehe hinter dem Thema. Mir ist es wichtig, hier vor Ort persönlich zu erleben, wie der Austausch zwischen Fachschule und KiTa gelebt wird. Es ist toll, was ich hier mitbekomme und ich freue mich, hier zu sein. Das Thema ist mir ein wichtiges Anliegen und deswegen war es für mich auch klar, dass ich mir für die gute Initiative der BBS Boppard und der Konsultationskindertagesstätte Straßenhaus einen ganzen Tag Zeit nehme“.

 

 

BBS Boppard entlässt 205 Absolventen ins Leben

Bei strahlendem Sonnenschein und im Rahmen einer festlichen Abschlussfeier in der Stadthalle Boppard nahmen dieses Jahr 205 Absolventen der Höheren Berufsfachschulen, Fachschulen Sozialwesen und der Berufsoberschule II der Berufsbildenden Schule (BBS) Boppard ihr Abschlusszeugnis in Empfang. Darunter waren 72 Schülerinnen und Schüler der verschiedenen Fachrichtungen der Höheren Berufsfachschulen (HBF Organisation und Officemanagement, Sozialassistenz), die ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben. 

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