Der lange Weg zur Inklusion

„Der lange Weg zur Inklusion“ - Ein Betroffener zu Gast in der Fachschule für Heilerziehungspflege 

Am 19.02.2015 besuchte Lucas Schumacher die angehenden Heilerziehungspfleger der Klassen FS H12 und FS H14 an der BBS Boppard. Lucas Schumacher ist 23 Jahre alt. Da er zu früh geboren wurde, hat er eine Tetraparese und eine Spastik und ist als dadurch auf den Rollstuhl angewiesen. 

Er erzählte seine Lebensgeschichte, setzte sich offen mit den Fragen der Schülerinnen und Schüler auseinander und nahm an einer angeregten Diskussion zum Thema Inklusion teil.

 

Zurzeit macht er eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten im Berufsbildungswerk des Heinrich Hauses, wo er die Woche über im Internat lebt. Hier wird er von einer Auszubildenden der BBS Boppard betreut, die den Besuch organisiert hat. 

Von klein auf hat Lucas Schumacher immer wieder Aussonderung erlebt und ist ein vehementer Verfechter der Inklusion. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt hat er keine Ausbildungsstelle gefunden, man fand ihn „nett, kommunikationsfreudig und teamfähig“, schreckte aber vor einer Anstellung auf Grund der körperlichen Beeinträchtigung zurück. Doch er lässt sich von diesen negativen Erfahrungen nicht entmutigen und hat noch viele Pläne für seine Zukunft: Er strebt einen Arbeitsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt an und überlegt, eventuell noch das Abitur zu machen. 

Als schlimm erlebt er, wenn er auf Grund seiner körperlichen Beeinträchtigung unterschätzt wird. Er beklagt, dass viele Menschen direkt auch eine geistige Beeinträchtigung voraussetzen. Im Freundeskreis erlebt er es anders: „Da bin ich nicht behindert.“ Die Schülerinnen und Schüler konnten aus diesem offenen Erfahrungsbericht nicht nur für ihren Arbeitsalltag gewinnbringende Einsichten mitnehmen und bedankten sich dafür herzlich bei ihrem Gast.