TPD – kreative Köpfe der Werkzeugmaschinenherstellung

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Technische Produktdesigner der BBS Boppard auf der METAV in Düsseldorf

TPD – dieses Kürzel steht für den Ausbildungsberuf „Technische/-r Produktdesigner/-in“, in dem die Berufsbildende Schule Boppard seit Jahren Ausbildungsklassen unterrichtet. Berufliche Ausbildung heißt für Dipl.-Ing. (FH) Andreas Karbach, den zuständigen Klassenlehrer, neben praxisorientiertem Unterricht auch theoretisch fundierte Praxis. Dazu fuhr er Ende Februar mit seiner Ausbildungsklasse zur METAV, der führenden Messe für Technologien der Metallverarbeitung.

Die METAV ist die Leistungsschau der Werkzeugmaschinenhersteller: Hier zeigen rund 600 Aussteller den neusten Stand der Entwicklungen im Maschinenbau.

„Die METAV ist die Herzkammer technischer Innovation“, schwärmt Fachmann Karbach. „Und deswegen dürfen hier die jungen Leute, die zukünftig in ihren Betrieben mitentscheiden werden, was sich wie und wozu dreht, nicht fehlen.“ Überzeugen muss der erfahrene Techniklehrer in seiner Klasse keinen: Mit großem Elan und produktiver Neugierde saugen sie die in Düsseldorf präsentierten technischen Neuheiten und Raffinessen auf. So zeigt sich Sofia Schreiner beispielsweise fasziniert von der Produktion eines Motorradhelms, der dank technischer Neuerung ohne Umspannen auf einer 5-Achs-Fräsmaschine gefräst werden kann. Und Elina Berssem ist begeistert davon, die großen CNC-5-Achsen-Maschinen live in Aktion zu erleben. Es bleibt jedoch nicht bei passiver Bewunderung des Gezeigten: Karbach fordert von seiner Klasse auch eigene Aktivität: In viertelstündigen Kurzreferaten erörtern sie Aug in Aug mit den Großen der Branche während des Messebesuchs aktuelle Problemstellungen aus dem Fertigungsbereich: Die Liste der Themen ist anspruchsvoll und vielseitig: Referiert wird beispielsweise über CAM-Programme (Computer Aided Manufacturing) und Spannsysteme, ohne die kein Werkstück in einem metallverarbeitenden Betrieb hergestellt werden kann. Auch Automatisierungstechnik und Messverfahren, 3-D-Drucken, Industrie 4.0 und vieles mehr nehmen die Bopparder Auszubildenden in den Blick.
Hat es sich gelohnt? Als „aufregend, informativ, spannend, lehrreich“ bezeichnet der Bopparder TPD-Nachwuchs in der abschließenden Befragung diese lehrreiche Unterrichtsveranstaltung außerhalb der Schule. Beeindruckt zeigen sich die Nachwuchskräfte von der praktischen Anschauung der Fertigungsverfahren, die das Gelernte im Unterricht und im eigenen Ausbildungsbetrieb ergänzen und erweitern. Auch die Gelegenheit, technische Weltneuheiten in Fachgesprächen mit internationalen Ausstellern kennenzulernen, schätzen sie.
Bei aller Bewunderung für die internationalen Fertigungsinnovationen muss sich der Bopparder Produktdesigner-Nachwuchs allerdings nicht verstecken. Die Auszubildenden haben jüngst im Rahmen der schulischen Ausbildung ihre CAD-Abschlussprojekte vorgelegt. „Ich bewundere, welch erfinderische Schaffenskraft auf technisch hohem Niveau die Schülerinnen und Schüler unter Beweis stellen“, zeigt sich der Abteilungsleiter Patrik Palmen begeistert. „Wenn ich das sehe, ist mir um die Innovationskraft hier im nördlichen Rheinland-Pfalz, für das wir ausbilden, nicht bange.“ Das sieht auch Andreas Karbach so: „Seit Jahren machen wir beste Erfahrungen mit unserer Produktdesigner-Ausbildung hier in der BBS Boppard. Die Zusammenarbeit mit den Betrieben funktioniert sehr gut.“ Und das darf, da ist man sich an der BBS Boppard einig, gerne so bleiben.